Refit eines Spiegelkanadiers

Im Jahr 2019 wurde uns ein Spiegelkanadier  angeboten. Der Zustand des Bootes war nicht berauschend, aber für eine Komplettüberholung doch noch  geeignet. Der Bug war beschädigt, das Deck vorne in einem schlechten Zustand und  Wasser im Boot. Die Persenning durchaus noch brauchbar.

So ließen wir das Boot erst einmal 1 Jahr auf dem Boden trocknen, ehe wir im Herbst 2020 uns an die Arbeit machten. Beschläge sowie alles was nicht niet-und nagelfest war wurde abgebaut. Das alte Autoradio mit Kassette aus den 80.gern Jahren sollte erhalten bleiben.  Im Innen- und Decksbereich alle alten Lackschichten entfernen und die Querstreben für den Fußboden ersetzen. Zum Schleifen benutzen wir einen MIRKA-Tellerschleifer der mit seiner Absaugung kaum Schleifstaub hinterlässt. Rechts und links im defektem  Bugbereich die Spanten ersetzen. Hierfür nutzten wir alte Bettrosten, die schon in der Form gut vorgespannt waren und leimten sie mit TiKALFLEX contact 12 ein. Dieser Kleber ist für eine feste, dauerelastische Verklebung gut geeignet. Die Löcher an den Seiten wurden mit der Stichsäge ausgesägt und mit Bootsbausperrholz passend geschlossen. Von außen wurde ein  3 mm starker  Furnierstreifen  aufgesetzt.  Für die Verleimung hatten wir uns extra Holzschablonen angefertigt, damit die Furnierstreifen auf dem spitz zulaufenden Bereich auch einen exakten Andruck erhielten.

 

Im Heckbereich musste der Motorenkasten erneuert werden.  Im Innenbereich wurden neue Hölzer eingeleimt. Dann bekam er seine erste Ölung mit Owatrol D.1 , einer guten Holzkonservierung, eine zweite Behandlung mit Owatrol D.2. Danach sah das Boot von Innen wie neu aus. Da die Klappen für die Staufächer fehlten wurden sie aus Bootsbausperrholz neu  angefertigt. Die Bodenplatten wurden aus 8 mm starken Bootsbausperrholz erneuert.

 

Das Boot umdrehen und den Rumpf angehen. Dieser war mit Glasfasermatten überzogen, so dass wir hier nur die alten Farbschichten abschleifen mussten und einige Stellen ausspachteln. Als Grundierung wurde von International Primocon für den Unterwasserbereich, sowie Yachtprimer für den Bereich über der Wasserlinie genommen. 2 Anstriche jeweils, dann sollte der Bereich bis zum Frühjahr so bleiben, um dann die letzten Anstriche mit Hartantifouling bzw. mit Farblack zu bekommen.
Für das marode Deck hatten wir uns ein Stabdeck aus Limba- und Mahagoniholz vorgestellt. Aus alten Fensterrahmen wurden 10 cm breite und 8 mm starte Streifen geschnitten. Eine alte Deckenverkleidung aus Limba-Holz wurde in 4 cm breite Streifen zugeschnitten und dann mit dem Mahagoni auf 6 mm glatt gehobelt.
Für das Verlegen der Hölzer hatten wir uns  4 mm starke Plexiglasstreifen geschnitten, um eine gleichmäßige Fugenbreite zubekommen. Bei den vorangegangenen Restaurationen wurde das Stabdeck mit Epoxid-Harz verklebt. Betritt man das Deck im Sommer, so knarrt es doch an einigen Stellen, und wir haben die Befürchtung, dass der Verbund nicht hält.  So haben wir uns entschlossen, die Verklebung mit TiKALFLEX contact 12 vorzunehmen. Diese Verbindung bleibt elastisch und klebt auch sehr gut. Mit einem Zahnspachtel auftragen, Leisten verlegen, und mit Schrauben fixieren. Es muss zügig gearbeitet werden, da der Kleber ja nach Temperatur nach ca. 15 Minuten eine Oberflächenhaut bildet. Nach dem Aushärten haben wir dann die Fugen mit TIKALFLEX TSC ausgegossen. Auch wenn TIKAL schreibt, dass die Verfugung nicht überstreichbar ist, haben wir die Erfahrung gemacht, dass unsere Boote, die wir mit EPIFASES Klarlack gestrichen hatten, bis heute noch wir neu aussehen,  und eine Rissbildung in den Fugen nicht erkennbar ist.
Nun beginnen die Schleif- und Lackierarbeiten. Mit einer Ziehklinge wurde das überstehende Material entfernt, so dass mit den Schleifarbeiten  begonnen werden konnte. Das Deck sah danach schon sehr gut aus. 5 Schichten Lack wurden aufgetragen, wobei die ersten beiden Schichten mit einem Anteil an Verdünnung  aufgetragen wurden. Jede Schicht wurde leicht mit 400.ter Papier angeschliffen und vor dem Lackieren mit einem Staubbindetuch gut abgerieben. Dieses Tuch ist leicht klebrig und der Staub kann optimal aufgenommen werden. Für den  Unterwasseranstrich hatten wir uns für Hardantifouling  Ultra 300 von International entschieden, für den Überwasserbereich wurde weißer Toplack von International genommen. Leider war der gewünschte Farbton nicht zu bekommen.