Ein Kanadier wird erneuert

Mehr als 60 Jahre hatte er schon auf dem Puckel und die sah man ihm auch an. Doch aufgeben wollte man ihn auch nicht: Ein Steinforth-Kanadier aus den Jahren 1948-1950. Zwei Boote gibt es davon noch im Verein. Das andere Boot wurde schon vor einigen Jahren restauriert. An diesem Boot hatte man in den 80-ger Jahren eine Vorrichtung für einen Heckmotor dazu gebaut. Das Deck war an manchen Stellen durch Feuchtigkeit schon schwarz geworden, und der Rumpf hatte einige Risse. Innen blätterte der Lack ab. Die Scheiben noch im Originalzustand,das Persenning noch ok und auch sonst machte das gute alte Stück noch einen dem Alter angepassten ordentlichen Eindruck.

Zuerst einmal alle Beschläge abbauen. dann ging es an den Rumpf, der mit einem dicken Leinentuch bespannt war. Mit einem Teppichmesser wurde die Bespannung eingeschnitten und großflächig danach abgezogen. Die Schlingerleisten waren mit Kupfernieten befestigt, also anbohren und vorsichtig abziehen. Das Holz darunter sowie die Spanten waren alle noch in einem guten Zustand. In einer geheizten Werksatt wurde dann der Rumpf mit 4 Glasfasermatten und Epoxidharz neu bespannt. Nun sah das Boot schon einmal viel besser aus. Da Schleifarbeiten am Deck nicht den gewünschten Erfolg brachten, wurde das Stabdeck komplett heruntergenommen. Erst einmal wurden  Schablonen angefertigt und ein neues Deck als Teckholzstabdeck in vielen kleinen Arbeitsschritten zusammengestellt.

Die im alten Deck vorhandene Aufnahme für einen Mast zum Segeln wurde auch wieder vorgesehen. Die Vorrichtung für einen Heckmotor fiel auch dieser Maßnahme zum Opfer. Sie wird neu gestaltet, und am hinteren Innenschot verstärkt aufgefangen.Nun ging es zu den Innenarbeiten. Da der Lack schon an vielen Stellen abblätterte, wurde der gesamte Bereich erst einmal mit einer Topfdrahtbürste vorsichtig vorgearbeitet, und dann von Hand geschliffen, geschliffen und noch einmal geschliffen.

 Das Deck wird durch Teakleisten ersetzt die vorher zugeschnitten und auf einer Schablone ausgerichtet werden. Nach dem aufsetzen und dem Vergießen mit Vergußmasse sieht das Deck schon fast fertig aus. Die Umrandung wird in Mahagoniholz erstellt. Die Decksluke bleibt so wie sie war, es kommen nur zusätzlicheTeakleisten drauf. Die Motorenhalterung wird aus dickem Mahagoniholz angefertigt. Unter Deck werden zusätzliche Verstrebungen eingebracht, damit sich die Kraft des Motors gut verteilen kann. Die Schlingerleisten werden nach den Vorgaben erstellt und mit Kupfernieten untergebracht.
Herr Steinforth hätte bestimmt seine helle Freude an diesem restaurierten Prachtstück. Wir Wünschen Olli stets eine Handbreit Wasser unter dem Kiel und viel Freude an seinem BIBO.
Die Probefahrt auf dem Sommerfest ist das Ereignis schlecht hin. Alle wollen einmal mitfahren. Vor allem für die Kinder ist es ein Riesenspaß. 
2018 hat BIBO auch noch einen 3,5 PS EFFZETT-Motor bekommen und kann wie früher mit der Pinne gefahren werden.